Wegemarkierung
Inhalt
Ursprünge der Wegemarkierung in Deutschland
Zweck der Wegemarkierung in der Neuzeit
Wegemarkierung in Berlin
Konzeption der Wanderwege in Berlin
Die Markierungsarbeit an sich...
Wie kann man dabei mithelfen?
Kontakt

 

Ursprünge der Wegemarkierung in Deutschland

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Erwandern der Heimat eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Voraussetzung dazu waren die Entstehung des Bahnverkehrs und die kartographische Erfassung der Landschaft durch die Landesvermessung. Auch eine gewisse Euphorie nach der kleindeutschen Reichseinigung 1871 mit der Hinwendung zu allem, was in der Heimat verwurzelt ist, trug nicht unwesentlich dazu bei. Es entstand der Wunsch, alle die geheimnis- und sagenumwobenen Stätten, Burgen usw. , die Heimatforscher herausfanden, aufzusuchen. So bildeten sich ab 1868 die ersten Wandervereine nach Landschaftsgebieten, denen rasch weitere folgten. Auch der Fremdenverkehr nahm einen steigenden Umfang an, so daß die Entstehung der Vereine auch aus diesem Grunde begünstigt wurde. Viele entstanden sogar mit dem Hauptziel, den „Touristenverkehr zu beleben", wie es damals hieß. Die Vereine übernahmen Aufgaben, die später zum Teil auf die entstehenden Stellen für den Fremdenverkehr übergingen. Der Wanderbewegung verblieb neben dem organisierten Wandern vor allem die Erschließung der Landschaft durch markierte Wanderwege.

Um ortsfremde Menschen auf interessanten Wegen sicher durch die Landschaft zu führen, bedurfte es einer Wegebezeichnung. Die Wandervereine sehen dies noch heute als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an. Eine zentrale Instanz dafür gab es anfangs nicht, der 1883 gegründete Reichsverband der Wandervereine nahm sich erst ab 1906 der Wegebezeichnung an. So war dem Einfallsreichtum der Markierungsarten in der Gründerzeit keine Grenze gesetzt, wodurch bald jedes Wandergebiet ein eigenes System verwendet.

 

Zweck der Wegemarkierung in der Neuzeit

Wie anfangs bereits erwähnt dient die Einrichtung von markierten Wanderwegen in erster Linie dem „Nicht Ortsansässigen", da er nur über geringe, oder sogar keine, Ortskenntnisse verfügt. Ihm soll das Erwandern des Gebiets erleichtert werden, die schönen Wege und Ziele auf diese Art gezeigt werden. Aber auch dem Einheimischen kann ein markierter Wanderweg manchmal etwas neues zeigen, dies trifft ganz besonders auch für Berlin zu, da manche Zugänge zu Grünzügen und dem was dann folgt oft keinen lohnenden Eindruck machen. Weiterhin wird mit der Wegemarkierung auch ein Naturschutzgedanke verfolgt. Wenn es gelingt Wanderer und Spaziergänger auf diese Wege zu leiten, werden andere Regionen entlastet und dadurch Natur und Tierwelt geschont. Wanderer können durch Naturschutzgebiete auf weniger sensiblen Wegen geführt werden. So kann bei einer guten Konzeption Naturschutz und Naturerlebnis der Erholungssuchenden in Einklang gebracht werden und ein „Aussperren" des „Störfaktors Mensch" aus der Natur, wenn auch nicht überall, weitgehend vermieden werden
 

Wegemarkierung in Berlin

In der Zeit vor 1987 begann bei einem Wanderverein in Berlin (damals West) der Gedanke zu gären, auch in Berlin ein Wanderwegenetz zu schaffen, um Besuchern der Stadt, welche nur alzuoft einen „Steinbaukasten" erwarteten zu zeigen, daß es anders sein kann und auch eine Großstadt als Wandergebiet durchaus akzeptabel sein kann. Aber mit der Erarbeitung eines Konzeptes, der Ausarbeitung der Streckenführung war es lange nicht getan, den die schwierigste Arbeit war der Weg durch die Genehmigungsinstanzen der Bezirke. Da eine derartige Initiative in Berlin völlig neu war, konnten sich einige Grünflächenämter mit der Idee nur schwer anfreunden, einige verweigerten sich total, einige standen sogar hilfreich zur Seite. Aber der Amtsschimmel wieherte laut und lange, denn außer den Grünflächenämtern waren Tiefbauämter, Forstämter, das Wasserwirtschaftsamt und, und, und... zu überzeugen.

Anfang der 90er Jahre waren die meisten Probleme gelöst, es ging endlich los, und es konnte zum ersten Mal der Berliner Hauptwanderweg „Der Grüne Pfad" markiert werden. Nach der Deutschen Vereinigung wurde sogar ein Europäischer Fernwanderweg, der E11, durch Berlin gelegt, und nutzt einen Teil des „Grünen Pfads".

2010 War jedoch das Ende des "Grünen Pfads" gekommen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Naturschutz hatte ein neues Wanderwegekonzept erarbeitet, die "20 grünen Hauptwanderwege" erarbeitet und im Senat verabschieden lassen. Vom "Grünen Pfad" sind nur noch die Teile erhalten, welche sich mit dem Fernwanderweg E11 decken.
 

Konzeption der Wanderwege in Berlin

Dieser Teil wird derzeit überarbeitet

 

Die Markierungsarbeit an sich...

Nachdem der Weg den man markieren möchte feststeht (betrifft alle Wege in Berlin), beginnt man also mit der Markierung. Markiert wird mit Pinsel und Farbe, Aufklebern oder Schildern. Welches Mittel man wählt hängt vom Untergrund des Markierungsträgers ab, muß aber auch in Übereinstimmung mit der erteilten Genehmigung der jeweiligen Behörde ab. Auf glatten Bäumen wie z.B. Buchen ist eine Farbmarkierung leicht anzubringen, richtet den geringsten Schaden an und hat eine recht hohe Lebenserwartung. Auch auf Mauern, Holzpfählen und -zäunen ist dies die einfachste Möglichkeit. Auf verzinkten oder Kunststoffüberzogenen Pfeilern haben sich Aufkleber bestens bewährt. An Bäumen mit stark rissiger Rinde (Rubinien) oder nicht festen Rinden (Platane) kommt man um Schilder aus Kunststoff oder Metall nicht herum.

Grundsätzlich gilt jedoch: Wenn ein „toter" Markierungsträger zur Verfügung steht, wird er dem lebenden vorgezogen. Denn den Naturschutz darf man dabei nicht vergessen.

Nach der ersten Grundmarkierung sollte man sich noch einmal mit Wegunkundigen auf die Strecke begeben, um die angebrachten Markierungen zu überprüfen. Die selbst angebrachte Markierung findet man natürlich leicht, aber auch der andere? Nachdem nun auch letzte Zweifel ausgeschlossen sind, wird noch ein Verzeichnis der einzelnen Markierungen angelegt, um spätere Kontrollen zu erleichtern. Kontrollen des -weges sollten möglichst 2mal jährlich stattfinden und fehlende Markierungen umgehend ersetzt werden. Ein markierter Wanderweg nutzt dem Fremden nur, wenn er lückenlos und fehlerfrei ist.
 

Wie kann man dabei mithelfen?

Wer gerne mithelfen möchte kann dies auf verschiedene Weise tun:

Wer nur gelegentlich mithelfen möchte kann sich je nach Zeit und Lust mit einer Markierungsgruppe verabreden. Dabei geht niemand eine Verpflichtung ein und der Gruppe ist schon geholfen.

Wer gerne bereit ist mehr Zeit zu investieren und auch etwas Verantwortung übernehmen möchte, kann sich einzeln oder auch in einer kleinen Gruppe um einen bestimmten Bezirk oder Wegabschnitt kümmern. Dazu stehen dann auch die Mithelfenden aus 1. zur Verfügung (nach Verabredung) Dabei liegt die Verantwortung nur in der Instandhaltung und Kontrolle des Weges, sowie der Führung des Markierungsregisters. Behördengänge oder andere Verhandlungen übernimmt der Wegewart.

Egal ob sie sich für die erste oder zweite Form entscheiden, werden sie stets vom Wegewart betreut. Niemand wird mit seiner Aufgabe alleingelassen oder muß sich um anderen „Papierkrieg" kümmern. Bei Problemen die bei der Arbeit am Weg entstehen, kann stets der Wegewart zu Hilfe gerufen werden.

Für weitere Fragen oder Interesse an der Mitarbeit steht Ihnen unser Wegewart Volkmar Schmidt gern zur Verfügung.

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